Ihre Experten für Hauttransplantation

Hier erläutern wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten der Hautverpflanzung. Lernen Sie die Vor- und Nachteile der SkinDot-Transplantation, Spalthaut-Transplantation, Kulturhautverfahren im Labor gezüchteter Zellen und die Möglichkeiten des Ersatzes tieferHautschichten (dermale Ersatzverfahren) kennen. Welche Hauttransplantation eignet sich wofür?

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Dermale Ersatzverfahren

Bei tiefen Wunden mit komplettem Verlust aller Hautschichten kann ein dermaler Ersatz auf Kollagenbasis in die Wunde transplantiert werden. Diese Kollagenmatrix wirkt als Hautverschiebeschicht. Über den dermalen Ersatz muss anschließend eine dünne Hautschicht transplantiert werden.

Kulturhautverfahren

Seit den 80er Jahren können Hautzellen im Labor gezüchtet werden. Die im Labor gezüchteten (kultivierten) Hautzellen können als Zelllagen in die Wunde eingebracht oder auf die Wunde aufgesprüht werden.

Spalthauttransplantation

Bei großflächigen Verbrennungen und sehr oberflächlichen Wunden ist die sogenannte Spalthauttransplantation das Mittel der Wahl. Spalthaut besteht aus einem ultradünnen Hauttranplantat der Dicke von nur 0,2 mm.

SkinDot Hauttransplantation

Bei einer tiefen Wunde mit einem Verlust der gesamten Haut liefert der Hautersatz mit sogenannter Vollhaut das beste Ergebnis. Vollhauttransplantate sind durch ihre dermale Verschiebeschicht sehr stabil und enthalten alle Hautanhangsgebilde.

Kulturhautverfahren und Hautzell Züchtung

Seit 1981 werden kultivierte epidermale Transplantate („cultured epidermal autografts“, CEA) routinemäßig in der Behandlung schwerbrandverletzter Patienten eingesetzt [13]. Jedoch erst die Arbeiten von Cuono 1987 und Hickerson 1994, die zusätzlich allogene Dermis in das Wundbett vor CEA Transplantation beschrieben, verbesserten die Take-Rate der Transplantation im Labor kultivierter Keratinozyten. Inzwischen stehen bilaminäre Hautersatzmatrices aus Keratinozyten und Fibroblasten kommerziell zur Verfügung. An triund multilaminären Konstrukten kultivierter Zellen zur Hauttransplantation wird weltweit geforscht, so dass diese Tissue Engineering Verfahren inzwischen mit dem Begriff „Skingineering“ sogar eine eigene Begrifflichkeit entwickelt haben. Weitere dermale Engineered dermal Matrices und engineered dermo-epidermal Matrices werden zukünftig transplantierbar werden. Allerdings sind die Erwartungen an die CEA deutlich enttäuscht worden. 40 Jahre nach Rheinwald und Green sind keine multiplen Hautzell-Layer verfügbar, da die Haut als Organ mit der korrespondierenden Zell-zu-Zell Kommunikation völlig unterschätzt wurde.

Cultured Epithelial Autograft (CEA)

Die inzwischen routinemäßig eingesetzten CEA Transplantate bestehen aus einer mehrlagigen Schicht von patienteneigenen Keratinozyten (CEA-Sheets). Die Vorteile liegen in der nahezu unlimitierten kultivierbaren Zellzahl bei limitiertem Spenderarealen des schwerbrandverletzten Patienten. Im Rahmen von oberflächlichen, im Bereich der Dermis liegenden Wunden führen diese Transplantate zu kosmetisch einwandfreien postoperativen Ergebnissen. Dagegen sind die Ergebnisse bei Verlust der Dermis und der Transplantation auf Fett- bzw. Muskelgewebe sowohl funktionell als auch ästhetisch äußerst schlecht. Erst Arbeiten von Cuono 1987 und Hickerson 1994, die zunächst allogene Dermis in das Wundbett transplantierten, führten zu besseren klinischen Ergebnissen. 

Es gilt also, vor dem Einsatz von CEA Transplantaten im Wundbett dermale Komponenten zu etablieren, um die Take Rate (Anheilungsrate) der kultivierten Keratinozyten zu erhöhen. Dies gelingt bei Vollhautverlust vor allem durch die vorbereitende Wundkonditionierung mittels glycerol- oder kryokonservierter allogener Leichen bzw. Fremdhaut. Die Fremdhaut heilt zunächst aufgrund der mit der Schwerbrandverletzung einhergehenden Immunsuppression ein und kann für den drei- bis vierwöchigen Zeitraum der Zellkultivierung als Ersatzhaut dienen. In zum Teil mehreren operativen Schritten gelingt es auf diese Weise, allogene dermale Bestandteile im Wundbett zu fixieren, um die Transplantation der CEA nach Vollhautverlust zu ermöglichen.

Mit diesem Verfahren lassen sich auch großflächige Verbrennungen von über 90 % Körperoberfläche versorgen.

CEA Sheet Vorteil Nachteil
Hautqualität des Transplantates Schlecht, da keine Hautanhangsgebilde im Transplantat, keine Stammzellen vorhanden, keine dermale Verschiebeschicht, nur aus Keratinozyten bestehend
Einheilung des Transplantates Schlecht, da sehr druckempfindlich
Narbenbildung Gering
Spenderareal Kleinflächige Abnahme zur Zellkultivierung an allen verbleibenden gesunden Hautflächen möglich
OP-Zeit Komplizierte Technik, lange Herstellungszeit der Transplantate in speziell zugelassenen Instituten notwendig
Kosten Sehr hohe Kosten, ein Sheet (10 x 10 cm = 400 Euro)

Cultured Epithelial Autograft (CEA) als Suspension

Transplantiert werden können nicht nur ausdifferenzierte, mehrlagige transplantierbare Keratinozytenzellverbände als Sheets, sondern auch die Suspension einer überwiegend gering differenzierten, proliferationsfähigen Keratinozytenpopulation. Hunyadi et. al. waren die ersten, die trypsinisierte, nicht kultivierte Keratinozyten in Fibrinkleber auf Wunden suspendierten [21,22]. Später kamen Vorrichtungen hinzu, die es ermöglichen Zellsuspensionen auf die Wunde aufzusprühen, um so die gleichmäßige Verteilung der Zellen gegenüber der Transplantation durch Aufpipettieren zu erhöhen, was in dem kommerziell erhältlichem Produkt Recell® mündete. Bei dieser Methode können Hautzellen direkt nach Präparation aus einem keinen Spalthautstück gewonnen werden und intraoperativ ohne Kultivierung als Mischzellpopulation auf die Wunde aufgesprüht werden (Sprühapplikation).

Allerdings ist die Methode der Zellsprühung aufgrund der notwendigen dermalen Komponente nur für oberflächlich zweitgradige Wunden geeignet und hat sich daher im Rahmen der Therapie schwerbrandverletzter Patienten nicht flächenmäßig durchgesetzt.

Der Vorteil von Recell® liegt in einem schnellen und sicheren Wundverschluss bei sehr oberflächlichen Hautdefekten, insbesondere bei oberflächlichen Verbrennungen und Verbrühungen im Gesichtsbereich. Die transplantierte Mischzellsuspension ist jedoch nur bei Anwesenheit dermale Komponenten in der Wunde erfolgreich.

Produktname Cultured Epithelial Autografts (CEA)
Epicel® Genzyme Biosurgery Kultivierte autologe epidermale humane Keratinozyten, Anzüchtung mit Hilfe von Mäusefibroblasten, Sheet
Myskin® Celltran Ltd Kultivierte autologe epidermale humane Keratinozyten, Anzüchtung mit Hilfe von bestrahlten Mäuse Fibroblasten, Sheet
Epidex® Euroderm GmbH Kultivierte autologe epidermale humane Keratinozyten, Anzüchtung mit Hilfe von Mäuse Haarfollikellzellen, Sheet
Keratinozytensheet Deutsches Institutu für Zell- und Gewebetransfer (DIZG) Kultivierte autologe epidermale humane Keratinozyten, Anzüchtung mit Hilfe von kollagenbeschichteten Zellkulturflaschen, Sheet
Keratinozytensuspension Deutsches Institutu für Zell- und Gewebetransfer (DIZG) Kultivierte autologe epidermale humane Keratinozyten Suspension, Anzüchtung mit Hilfe von kollagenbeschichteten Zellkulturflaschen, Suspension
Recell® Clinical Cell Culture Ltd Autologe intraoperativ aufbereitete autologe humane Mischzellsuspension

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Hauttransplantation 2.0

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