Ihre Experten für Hauttransplantation

Hier erläutern wir Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten der Hautverpflanzung. Lernen Sie die Vor- und Nachteile der SkinDot-Transplantation, Spalthaut-Transplantation, Kulturhautverfahren im Labor gezüchteter Zellen und die Möglichkeiten des Ersatzes tieferHautschichten (dermale Ersatzverfahren) kennen. Welche Hauttransplantation eignet sich wofür?

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Dermale Ersatzverfahren

Bei tiefen Wunden mit komplettem Verlust aller Hautschichten kann eine dermale Ersatzmatrix in die Wunde transplantiert werden. Diese wirkt als Verschiebeschicht. Der Dermisersatz muss anschließen mit Spalthaut transplantiert werden.

Kulturhautverfahren

Seit den 80er Jahren können Hautzellen im Labor gezüchtet werden. Die im Labor kultivierten Hautzellen können als sogenannte Keratinozyten Sheets oder als Zellsuspension auf die Wunde transplantiert werden.

Spalthauttransplantation

Bei großflächigen Verbrennungen und oberflächlichen Wunden ist die Spalthauttransplantation das Mittel der Wahl. Spalthaut ist ein ultradünnes Hauttranplantat der Dicke bis 0,2 mm.

Vollhauttransplantation

Bei einer tiefen Wunde mit einem Vollhautverlust liefert der Hautersatz mit Vollhaut das beste Ergebnis. Vollhauttransplantate sind am stabilsten und enthalten alle Hautanhangsgebilde.

Spalthauttransplantation

Bei einem Verlust der Oberhaut (Epidermis) ist die tiefe (dermale) Hautschicht ganz oder teilweise erhalten, so dass nur eine sehr dünne Hautschicht in Form der Oberhaut (Spalthaut) transplantiert werden muss. Diese Verletzungsform kommt vor allem bei Brandwunden (Verbrennung und Verbrühung IIb°) vor. Bei großflächigen Verbrennungswunden mit Verlust aller Hautschichten wird ebenfalls dünne Oberhaut transplantiert, da ein großflächiger vollschichtiger Ersatz mit Vollhaut nicht großflächig zur Verfügung steht. Maximal 2-3% der Körperoberfläche kann mit Vollhaut ersetzt werden. Eine weitere Möglichkeit, die Dermis zu ersetzen, bestehen aus künstlichen dermalen Kollagenkonstrukten (siehe dermale Ersatzverfahren), die allerdings sehr aufwendig und komplikationsreich sind. Die Spalthaut stellt bei Erhalt der Dermis einen idealen Hautersatz dar, bei Verlust der Dermis ist sie jedoch nur ein minderwertiger Ersatz der gesunden Haut. Die Spalthaut hat eine Dicke von 0,2 mm und wird zumeist am Oberschenkel abgenommen. Dort entsteht durch die Spalthautabnahme eine Art Schürfwunde, die innerhalb von ca. 14 Tagen verheilt. Bei der Spalthaut Transplantation unterscheidet man drei Techniken, die Meshgraft Technik, die Sheetgraft Technik und die Transplantation Meek bei großflächigen Verbrennungen (siehe unten).

Meshgraft

Bei großflächigen Verbrennungswunden muss die vorhandene Eigenhaut mittels verschiedener zur Verfügung stehender Techniken expandiert werden, damit ausreichend Haut zum Wundverschluss zur Verfügung steht. Bei der Aufarbeitung der Haut durch das Meshgerät (engl. Messe = Masche) resultiert ein Gitter- oder Netztransplantat (Meshgraft). Damit lässt sich die Fläche des Transplantates im Verhältnis 1:1.5, 1:3, 1:6 (im Extremfall bis zu 1:9) expandieren. Je größer die Expansion jedoch ist, desto länger und komplikationsbehafteter (Wundinfektion) ist die Einheilung. Da die Hautzellen von den Rändern der Meshgraft- Transplantate in die Maschenlücken hinein wachsen, dauert die Abheilung umso länger, je größer die Machenlücken sind. Der größte Nachteil des Meshgrafts, insbesondere bei der Hautverpflanzung nach Verlust der Unterhaut (Dermis), ist das kosmetisch und funktionell ungünstiges Ergebnis.

Die transplantierte Meshgraft-Haut neigt zur Kontraktion und Schrumpfung, so dass Narben, Narbenstränge und instabile Narben entstehen. Diese Narben können nicht nur stigmatisierend sein, sondern über Gelenkflächen die Bewegung einschränken. Besonders dramatisch ist Narbenkontraktion am Hals mit der folgenden Bewegungseinschränkung des Kopfes. Darüber hinaus fehlt bei Spalthauttransplantaten die Verschiebeschicht der Unterhaut. Die Netz- bzw. Gitterstruktur des Meshgrafts bleibt dauerhaft sichtbar. Aus diesen Gründen deshalb die Meshgraft Transplantation im Gesicht, Decollete, Halsbereich und an den Händen möglichst vermeiden und schweren Brandopfern vorbehalten. Ist die Spalthaut auf Wunden ohne Unterhaut transplantiert worden, tritt eine persistierende Empfindlichkeit und Verletzlichkeit der transplantierten Haut durch den Verlust der Schweiß und Talgsekretion auf.

Der Leitsatz „Epidermis (Oberhaut) is life – dermis (Unterhaut) is quality of life“ des französischen Verbrennungschirurgen Michel Rives hat daher an seiner Aktualität nichts eingebüßt.

Meshgraft Vorteil Nachteil
Hautqualität des Transplantates Schlecht, da keine Hautanhangsgebilde im Transplantat, keine Stammzellen vorhanden, keine dermale Verschiebeschicht
Einheilung des Transplantates Da dünnes Transplantat schnelle Einheilungsdauer
Narbenbildung Gitter bzw. Netzstruktur sichtbar
Spenderareal Großflächige Abnahme an den Oberschenkeln und am Rücken möglich, jedoch ggf. Textur- und Pigmentveränderungen am Spenderareal
OP-Zeit Erst Abnahme der Spalthaut und anschließend Transplantation, ggf. parallel durch zwei OP Teams

Sheetgraft

Ist das Verbrennungsausmaß und die Verbrennungstiefe auf die Oberhaut begrenzt kann Spalthaut (0,2 mm Dicke) zur Transplantation in ihrer Form belassen und ohne EXPANSION transplantiert werden. Das Größenverhältnis beträgt dabei 1:1, das Transplantat wird als Sheetgraft (engl. Sheet = Blatt) bezeichnet. Sheetgraft Transplantate sind kosmetisch günstig, da bei diesen Transplantaten kein Gitter- oder Maschenmuster wie beim Meshgraft resultieren, das nach der Größenexpansion der Spalthaut auftritt (siehe oben). Aufgrund der begrenzten Abnahmemöglichkeit werden Sheetgraft Transplantate für besonders sichtbare Köperstellen verwendet (gesicht, Hals, Dekolleté, Handrücken). Hauptnachteil ist hier beim Meshgraft die Neigung zur Schrumpfung, die alle Spalthauttransplantate besitzen. Durch diese Kontraktur der transplantierten Sheet-grafts, wird das anfänglich oft ausgezeichnete kosmetische und funktionale Ergebnis deutlich reduziert. Leider kommt es auch beim Sheetgraft zu Narben und Narbenkontrakturen. Sheetgraft-Transplantate eignen sich daher zur chirurgischen Wundversorgung bei erhaltener Unterhaut und eher kleinen Wundflächen.

Sheetgraft Vorteil Nachteil
Hautqualität des Transplantates Schlecht, da keine Hautanhangsgebilde im Transplantat, keine Stammzellen vorhanden, keine dermale Verschiebeschicht
Einheilung des Transplantates Da dünnes Transplantat schnelle Einheilungsdauer
Narbenbildung Anfänglich gut, später vor allem an den Rändern oftmals hypertrophe Narbenbildung, kein Hautanhagnsgebilde vorhanden
Spenderareal Großflächige Abnahme an den Oberschenkeln und am Rücken möglich, jedoch ggf. Textur- und Pigmentveränderungen am Spenderareal
OP-Zeit Erst Abnahme der Spalthaut und anschließend Transplantation, ggf. parallel durch zwei OP Teams

Meektechnik

Durch die Meek oder Meekgraft-Technik ist für großflächige Verbrennungen am Körper vorbehalten. Auch bei der Meekgraft-Technik wird nur die Oberhaut (Epidermis) transplantiert, so dass es sich um Spalthaut handelt. Beim Einsatz der Meek-Technik geht es primär um einen schnellen Wundverschluss der großflächig verletzten Haut und um die Lebensrettung des betroffenen Patienten. Der schnelle Wundverschluss ist notwendig, da durch die fehlende Hautbarriere Keime (Bakterien, Viren und Pilze) in den Körper mit der Gefahr der Blutvergiftung eindringen können. Durch die Meek-Technik ist eine Wundversorgung durch Spalthauttransplantation bis zu einer verbrannten Körperoberfläche von bis zu 75% ohne möglich. In der modernen Verbrennungschirurgie wird bei einer noch größeren Verbrennungsfläche von mehr als 75% des Köpers auf zusätzlich im Labor gezüchtete Hautzellen zurückgegriffen (siehe Reiter „Kulturhautverfahren). Zudem sind bei großflächig verbrannten Patienten zahlreiche operative Eingriffe und eine mehrwöchige intensivmedizinische Behandlung notwendig.

Vorteile
Verglichen mit der Mesh-Technik weist die Meek-Transplantation bei großflächigen Verbrennungen mehrere Vorteile auf. Der wichtigste Vorteil besteht darin, dass auch kleine und ungünstig liegende Köperareale zur Spalthautgewinnung verwendet werden können. Selbst bei minimalem gesunden Hautflächen kann diese für die Meer-Technik geerntet werden. Ein weiterer Vorteil ist die leichtere Handhabung weit der durch Meek weit expandierten Spalthaut gegenüber der bei großflächiger Expansion oftmals fragilen Meshgraft Technik.

Nachteile
Nachteile sind der hohe Personalbedarf und ein hoher Zeitaufwand bei der Herstellung der Meek-Transplantate. Um eine lange OP Zeit zu vermeiden, erfolgt ein paralleles Operieren durch zwei Operationsteams. Während ein Team die Verbrennungswunden zur Transplantation vorbereitet und die Spalthaut abnimmt, stellt das zweite, parallel arbeitende Team die Meek-Transplantate her.

Meekgraft Vorteil Nachteil
Hautqualität des Transplantates Schlecht, da keine Hautanhangsgebilde im Transplantat, keine Stammzellen vorhanden, keine dermale Verschiebeschicht
Einheilung des Transplantates Da dünnes Transplantat schnelle Einheilungsdauer
Narbenbildung Inselstruktur sichtbar
Spenderareal Kleinflächige Abnahme an allen verbleibenden gesunden Hautflächen möglich
OP-Zeit Komplizierte Technik, lange Herstellungszeit der Transplantate notwendig

Ihr behandelnder Arzt /Ärztin kennt das neue, innovative SkinDot Verfahren noch nicht? Weisen Sie ihn doch auf die Möglichkeit hin, Ihre Hautwunde mit dem neue SkinDot Verfahren zu versorgen. Gerne beraten wir Sie und führen das SkinDot Verfahren (bei geeigneter Indikation) bei Ihnen durch. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

Skin Transplantation beyond

Hauttransplantation 2.0

SkinDot - Kerckringstr. 28, 23554 Lübeck