„Über SkinDot“

SkinDot eröffnet einen neuen, innovativen therapeutischen Ansatz zur Wundversorgung von IIb° - III°Verbrennungswunden, akuten vollschichtigen Defektwunden, chronischen Wunden sowie in der operativen Narbenkorrektur. Dabei werden 1-3 mm große Vollhautinseln entnommen, in eine Matrix implementiert und die Matrix mit den Inseln auf die Wunde transplantiert. Es resultiert ein stabiler und belastbarer autologer Hautersatz.

Der beste Hautersatz ist unser Ziel

Nichts ist besser als das Original. Ein Vollhautdefekt lässt sich am besten durch autologe Vollhaut ersetzen. Durch unsere jahrelange Expertise in der Verbrennungschirurgie und in der Versorgung von Problemwunden haben wir das neue Operationsverfahren SkinDot entwickelt, bei dem 1-3 mm große Vollhautinseln mittels Matrix in die Wundfläche transplantiert werden. Durch den geringen 1-2 mm großen Abstand zwischen den transplantierten Hautinseln konfluieren alle Hautschichten, so das ein nahezu identischer Hautersatz resultiert. Nach über 10 Jahren intensiver Vorarbeiten und Publikationen innerhalb des Forschungsverbunds zwischen der Universität zu Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck und dem Unfallkrankenhaus Berlin bieten wir das SkinDot Verfahren weltweit erstmals für Patienten an.

Was ist SkinDot?

Die epidermale Hauttransplantation ist das operative Standardverfahren im Rahmen der akuten und chronischen Wundversorgung sowie der Verbrennungschirurgie, führt jedoch nicht zu einem Ersatz einer dermalen Vollhautschicht. Dermale Hautschichten sind als Verschiebeschicht und Träger der Hautanhangsgebilde wie Haare, Schweiß- und Talgdrüsen sowie Nervenrezeptoren für Druck, Vibrations- und Temperaturempfinden und somit für die Qualität der transplantierten Haut unverzichtbar: „Epidermis is Life, Dermis is Quality of Life“. Diese Aussage von Michel Rives aus dem Jahr 1994 ist noch heute unumstritten. Vollhauttransplantate können aufgrund des limitierten Spenderareals jedoch nicht großflächig transplantiert werden, d. h. maximal 2-3 % der Körperoberfläche kann bisher durch Vollhaut gedeckt werden. Kulturhautverfahren, die auf gezüchteten Hautzellen im Labor beruhen, konnten derzeit noch nicht für einen Vollhautersatz entwickelt werden. Insbesondere die Implementierung von Hautanhangsgebilden ist in kultivierter Haut noch nicht gelungen.

SkinDot® entwickelt ein neues Transplantationsverfahren mit korrespondierenden technischen Geräten (Devices), das eine sofortige autologe, intraoperative Wundversorgung ermöglicht und zu einem großflächigen Vollhautäquivalent führt.

SkinDot Vorteile

Derzeitige Transplantationsverfahren:

  • Kein Vollhautersatz bei großflächigen Transplantationsverfahren. Zum Einsatz kommen fast ausschließlich epidermale, dünne Spalthaut-Transplantate ohne Anhangsgebilde.
  • Begrenztes Vollhaut Spenderareal. Nur 2-3 % der Körperoberfläche kann mit Vollhaut transplantiert werden.
  • Deutliche Stigmatisierung durch Narbenbildung bei herkömmlichen Transplantationsverfahren.
    Die große Hoffnung in die Kultivierung von Hautzellen im Labor konnte nicht realisiert werden.

Das von SkinDot® entwickelte neue Verfahren:

  • SkinDot® ermöglicht die Transplantation eines hochwertigen autologen Vollhautäquivalents, welches der Qualität der Vollhaut entspricht und alle Hautanhangsgebilde einschließlich multipotenter Stammzellen enthält
  • Sofortige und unbegrenzte intraoperative Verfügbarkeit (ohne Zellzüchtung)
  • Die Vollhaut-Abnahme ist ubiquitär am Körper möglich. Sofortiger Wundverschluss (einzeitiges OP-Verfahren)
  • Geringe Spendermorbidität mit kosmetisch günstigen Ergebnissen-, fast narbenfreie Entnahme ubiquitär möglich
  • Hohe Beanspruchbarkeit durch Transplantate der dermale Verschiebeschicht

Innovation SkinDot

Der neue, innovative SkinDot Ansatz, wie dermale Schichten bzw. Vollhaut transplantiert werden können besteht darin, die Methoden nach Reverdin und Davis weiter zu miniaturisieren. Inspiriert von der Transplantationsmethode des Franzosen Jaques-Louis Reverdin aus dem Jahr 1869 beschreibt JS Davis, der Vater und Pionier der amerikanischen plastischen Chirurgie, eine neue Vollhauttransplantationsmethode namens „The small Deep Graft“. Davis transplantierte erfolgreich 2-5 mm große Hautinseln einzeln auf die Wunde.

Die Inseln wurden mittels Kanülen gewonnen, entsprechend zeitaufwendig war seine Vollhaut-Transplantationsmethode. Aufgrund der fehlenden technischen Möglichkeiten Anfang des 21. Jahrhunderts, diese Technik durch ein Device wesentlich zu beschleunigen, wählt Davis einen Abstand von bis zu 0,75 cm zwischen den einzelnen transplantierten Vollhautinseln, wodurch ein Pflastersteinrelief als kosmetisch ungünstiges Vollhautäquivalent resultierte.

Die Arbeiten von Reverdin und Davis im Hintergrund entwickelt die interdisziplinäre universitäre Forschungsgruppe „SkinDot“ an der Universität zu Lübeck verschiedene Devices, die eine automatisierte Transplantation von 1-3 mm großen Vollhautinseln ermöglicht.

Autolger Vollhautersatz durch Transplantation von 1-2 mm Vollhautinseln

Fehlender Dermisersatz

Aufgrund des limitierten Vollhaut Spenderareals stellt die Spalthauttransplantation in der Therapie großflächig verbrannter Patienten nach wie vor die state-of-the-art Methode dar. Maximal 2-3 Prozent der Körperoberfläche können mit autologer Vollhaut transplantiert werden, größere Flächen nur nach aufwendiger und langwieriger operativer Vorbehandlung mittels Expandern.

Die Spalthauttransplantation führt jedoch nicht zum Ersatz einer dermalen Haut-bzw. Verschiebeschicht und kann insbesondere durch die Absenz von Hautanhangsgebilden kein ideales Ergebnis für die Patienten darstellen.

Der Einsatz allogener und alloplastischer dermaler Ersatzmatrices hat die Qualität der tranplantierten Spalthaut in den letzten Jahren zwar wesentlich verbessert, bleibt aber insbesondere durch die ab einer sinnvollen Dermisdicke notwendigen zweizeitigen Anwendung aufwendig, fragil und teuer. Durch das SkinDot Verfahren werden alle Hautschichten einschließlich dermaler Schichten transplantiert, so dass kein weiterer Dermisersatz notwendig ist und durch das Vollhautäquivalent eine dicke und stabile Dermis resultiert.

Zu hohe Erwartungen an Kulturhaut

In den Jahren 1975 -1979 beschrieben Rheinwald und Green die ersten klinischen Ergebnisse der Transplantation im Reagenzglas gezüchteter Epidermiszellen. Seit 1981 werden kultivierte epidermale Transplantate („cultured epidermal autografts“, CEA) routinemäßig in der Behandlung schwerbrandverletzter Patienten eingesetzt. Jedoch erst die Arbeiten von Cuono 1987 und Hickersen 1994, die zusätzlich allogene Dermis in das Wundbett vor CEA Transplantation beschrieben, verbesserten die Take Rate der Transplantation im Labor kultivierter Keratinozyten.

Inzwischen stehen bilaminäre Hautersatzmatrices aus Keratinozyten und Fibroblasten kommerziell zur Verfügung, an tri- und multilaminären Konstrukten kultivierter Zellen zur Hauttransplantation wird weltweit geforscht, so dass diese Tissue Engineering Verfahren inzwischen mit dem Begriff „Skingineering“ sogar eine eigene Begrifflichkeit entwickelt haben. Weitere dermale Engineered dermal Matrices und engineered dermo-epidermal Matrices werden zukünftig transplantierbar werden.

Allerdings sind die hohen Erwartungen an die CEA deutlich enttäuscht worden. 40 Jahre nach Rhenwald und Green sind keine mutiplen Hautzell-Layer verfügbar, da die Haut als Organ mit der korrespondierenden Zell- zu-Zell Kommunikation völlig unterschätzt wurde.

SkinDot umgeht das Problem, da keine Zellen im Labor gezüchtet werden müssen. Nur eine einzige mittels SkinDot transplantierte 3 mm große Vollhautinsel enthält über 400.000 körpereigene Zellen und macht so die Zellzüchtung im Labor obsolet.

Sie wollen Ihren Patienten das neue SkinDot Verfahren anbieten? Kontaktieren Sie uns!

Skin Transplantation beyond

Hauttransplantation 2.0

SkinDot - Kerckringstr. 28, 23554 Lübeck