Was ist SkinDot?

SkinDot eröffnet einen neuen, innovativen therapeutischen Ansatz zur Wundversorgung von IIb° – III°Verbrennungswunden, akuten vollschichtigen Defektwunden, chronischen Wunden sowie in der operativen Narbenkorrektur. Dabei werden 1-3 mm große Vollhautinseln entnommen, in eine Matrix implementiert und die Matrix mit den Inseln auf die Wunde transplantiert. Es resultiert ein stabiler und belastbarer autologer Hautersatz.

Der beste Hautersatz ist unser Ziel

Nichts ist besser als das Original. Verletzte Haut lässt sich am besten durch gesunde Haut ersetzen. Durch die jahrelange Erfahrung in der Verbrennungschirurgie haben wir ein neues Operationsverfahren entwickelt, bei dem millimetergroße gesunde Hautinseln in die Wundfläche transplantiert werden. Diese unzähligen verpflanzten Hautinseln wachsen zu einer neuen, gesunden Haut in der Wundfläche zusammen.

Dabei werden Hautinseln entnommen die alle Hautschichten einschließlich Stammzellen enthalten und in die Wunde eingesetzt werden.

Nach über 10 Jahren intensiver medizinischer Forschung des Forschungsverbunds und zahlreichen Veröffentlichungen zwischen der Universität zu Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck und dem Unfallkrankenhaus Berlin haben wir das neue, innovatives Transplantationsverfahren SkinDot für Sie entwickelt. Weltweit erstmalig bieten wir das SkinDot Verfahren für unsere Patienten an.

Was ist SkinDot?

Gewöhnlich besteht eine Hautverpflanzung im Rahmen der akuten und chronischen Wundversorgung sowie der Verbrennungschirurgie aus der Transplantation der oberen Hautschicht. Dieses Standardverfahren führt jedoch nicht zu einem Ersatz der tiefen Hautschichten.

Diese tiefen Hautschichten sind jedoch als Verschiebeschicht und Träger der Hautanhangsgebilde wie Haare, Schweiß- und Talgdrüsen sowie Nervenrezeptoren für Druck, Vibration- und Temperaturempfinden und somit für die Qualität der transplantierten Haut unentbehrlich.

Diese tiefen Hautschichten konnten bisher nur aufwendig und nicht großflächig verpflanzt werden. Nur die Deckung von 2-3% der Hautoberfläche war möglich.

Auch ein Hautersatz, der auf gezüchteten Hautzellen im Labor beruht, ist derzeit noch nicht weit genug entwickelt um die tiefen Hautschichten zu ersetzen. Zudem ist die Zellzüchtung aufwendig, langwierig und komplikationsreich.

Durch SkinDot steht nun weltweit erstmals ein neues Transplantationsverfahren zur Verfügung, durch das die tiefen Hautschichten in einer einzigen Operation ohne Zellzüchtung wiederhergestellt werden können.

SkinDot Vorteile für Patienten

Derzeitige Hautverpflanzung:

  • Kein großflächiger Ersatz der tiefen Hautschichten möglich – Fast ausschließlich oberflächliche und dünne Hauttransplantate werden verpflanzt.
  • Limitierte Hautentnahmestellen für Haut, die alle Hautzellen bzw. Hautanhangsgebilde enthält.
  • Nur 2-3% der Körperoberfläche kann durch tiefe Hautschichten ersetzt werden
  • Funktionseinschränkende Narbenbildung besonders über Gelenkflächen
  • Deutliche Stigmatisierung durch Narbenbildung bei exponierten Wundarealen

Die neue SkinDot Hautverpflanzung:

  • Die neue SkinDot Technologie ermöglicht die Transplantation tiefer, gesunder Hautschichten
  • Durch die verpflanzten Hauptinseln im Millimeterbreich resultieren kaum Narben
  • Sofortige intraoperative Verfügbarkeit ohne Vorbereitung oder Voroperationen
  • Die Hautinsel Gewinnung ist überall am Körper möglich, insbesondere an nicht sichtbaren Körperstellen
  • Kosmetisch günstiges operatives Ergebnis, vor allem geeignet für Gesicht und Hände
  • Keine Stigmatisierung durch entstellende Narben nach Brandverletzung
  • Vermeidung funktionseinschränkende Hautnarben nach schweren Hautverletzungen

Optimale Wundtherapie durch Hauttransplantation

Als Hauttransplantation wird die Transplantation von Haut zur Deckung von Hautdefekten nach Verlust des Hautmantels bei Verletzungen bezeichnet. Bei gesunden Menschen ist die Haut nach oberflächlichen oder sehr kleinen Hautdefekten in der Lage, sich selbst zu regenerieren und Wunden mit voll funktionstüchtigem Gewebe zu ersetzen. Bei größeren Wunden und/oder bei verschiedenen Grunderkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Gefäßerkrankungen, Immunsuppression u.a.) ist die Wundheilung nur sehr langsam und langwierig möglich, so dass schwere Narben oder eine chronische Wunde resultieren können. Bei oberflächlichen Wunden heilt die Haut vom Wundgrund ausgehend, da sogenannte Stammzellen in den tiefen Hautschichten erhalten sind. Bei tiefen Wunden, insbesondere bei tiefen Verbrennungswunden, sind die tiefen Hautschichten geschädigt, so dass die Wundheilung nur vom Wundrand ausgeht. Es resultiert daher eine extrem langwierige Wundheilung mit der Gefahr der Infektion und Chronifizierung. Je länger eine Wunde offen ist, umso höher ist das Infektionsrisiko, da die Haut eine Barriere gegen Keime (Bakterien, Viren, Pilze) darstellt. Gerade bei Patienten mit Vorerkrankungen und Brandopfern kann dieses Wundinfektion zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Daher ist ein zeitnaher Wundverschluss durch Hauttransplantation bei größeren Wunden und brandverletzten Patienten notwendig. Es gibt verschiedene Methoden einer Hauttransplantation, jede beinhaltet jedoch einen operativen Eingriff unter Narkose.

SkinDot – Optimale Therapie bei Verbrennungswunden

Je nach der Tiefe der Brandwunde (Verbrennung oder Verbrühung) sind unterschiedliche Hautschichten verletzt. Oberflächliche Verbrennungen und Verbrühungen sind meistens durch eine Blasenbildung gekennzeichnet. Diese oberflächliche Hautverletzung heilt innerhalb eines Zeitraums von ca. 14 Tagen.

Die oberflächliche Verbrennung mit Blasenbildung an den Fingern zählt zu den häufigsten Verletzungen des Menschen, jeder hat sich schon mal an den Fingern verbrannt. Ist die oberflächliche Brandwunde größer, muss sie von einem Arzt gereinigt und versorgt werden. Je nach Größe der verbrannten Körperoberfläche ist ein stationärer Aufenthalt in einem Verbrennungszentrum notwendig.

Sind durch die Verbrennung oder Verbrühung tiefe Hautschichten betroffen, müssen Verbrennungs- oder Verbrühungswunden ab einer Größe von ca. 1cm² operativ durch eine Hauttransplantation therapiert werden.

Der beste Hautersatz nach Verlust tiefer Hautschichten ist die Übertragung (Transplantation) tiefer Hautschichten von einer gesunden Körperstelle in die Hautwunde. Die Transplantation tiefer Hautschichten war bisher nur sehr begrenzt möglich. Mit dem neuen SkinDot Verfahren ist erstmals die großflächige Transplantation tiefer Hautschichten möglich.

Optimale Wundtherapie für chronische Wunden

In Deutschland leben ca. eine Million Menschen mit einer chronischen Wunde. Den Überblick über Behandlungsverfahren chronischer Wunden zu behalten, ist bisweilen schwierig. Dies liegt jedoch eher an einem immer größer werdenden Angebot an Medizinprodukten im Bereich der Wundauflagen und weniger an einem Paradigmenwechsel der zugrundeliegenden Prinzipien der Wundtherapie. Chronischen Wunden können durch eine gezielte Behandlung der Wundursache, eine optimale Wundbettvorbereitung und eine Hauttransplantation zur Abheilung gebracht werden.

Ein entscheidender und richtungsweisender Bestandteil des Wundmanagements bei chronischen Wunden ist die Abklärung der Wundursache bzw. der Ursache der gestörten Wundheilung. Als Ursachen bestehen vaskuläre (z. B. venös, arteriell, gemischt venös-arteriell), traumatische oder druckbedingte sowie infektiöse, metabolische (Diabetes mellitus u.a.), immunologische oder neoplastische Ursachen. Die Ursachentherapie, wie z. B. Revaskularisierung, Dekompression oder pharmakologische Interventionen (Antibiotika) kann den Heilungsablauf entscheidend beeinflussen. Ist die Ursache der chronischen Wunde beseitigt erfolgt der Defektverschluss durch die Hauttransplantation.

Dazu eignet sich das neue SkinDot Verfahren ausgezeichnet, da tiefe Hautschichten in die chronische Wunde eingebracht werden und so ein stabile Wundheilung resultiert.

Mehr zur Wundtherapie chronischer Wunden

Neben der oben genannten Ursachentherapie bei chronischen Wunden ist es wichtig, ein ideales Wundmilieu für eine gute Wundheilung herzustellen. Im Mittelpunkt steht dabei die Schaffung eines Wundgrundes, der gut durchblutet, frei von totem Gewebe und Infektion ist. Zudem ist eine gute Feuchtigkeitsbalance (Kontrolle des Wundsekrets) für die Wundheilung förderlich. Im Folgenden werden die grundlegenden Prinzipien zur Schaffung eines solchen idealen Wundgrundes im Rahmen der Therapie chronischer Wunden detailliert beschrieben.

Wundreinigung: Wundspülungen und Wunddesinfektion
Wundspülungen dienen zur Reduktion der Bakterienlast und zum Entfernen von toten Zellen in der chronischen Wunde. Zum wiederholten Spülen eignet sich am besten isotonische Kochsalzlösung. Ist die Wunde infiziert, werden aseptische Lösungen zur Wundspülung verwendet. Bei persistierender Infektion und schwer löslichen toten Gewebeanteilen eignen sich Druckspülungen. Antiseptische Substanzen zeigen jedoch nicht nur eine antiseptische Wirkung, sondern können die Wunde auch reizen. Geeignete Lösungen zur Wundspülung enthalten oftmals Jod, Silber oder Polyhexanid. Lokal angewendete Antibiotika werden aufgrund der Gefahr einer Resistenzbildung nur selten angewendet.

Mechanische Wundsäuberung (Debridement)
Chronische Wunden sind oft von einem sogenannten Biofilm überzogen. Dieser Biofilm besteht aus Mikroorganismen, die Polysacchariden und Proteinen produzieren, um sich vor der körpereigenen Immunabwehr und vor antimikrobiellen Substanzen zu schützen. Typische Biofilmbildner sind u. a. die Bakterien Pseudomonas und Staphylokokken.

Bei der mechanischen Wundreinigung werden diese Biofilme sowie tote Gewebeanteile in der Wunde entfernt. Durch das Debridement wird die Bakterienanzahl in der Wunde signifikant vermindert, da sich Bakterien bevorzugt an toten Gewebeanteilen ansiedeln. Ziel des Debridements ist das Anregen der Wundheilung durch die Transformation der chronischen Wunde in eine akute, blutende Wunde. Mit dem Blutfluß gelangen neue körpereigene Abwehrzellen in die Wunde. Das Debridement sollte je nach Ausmaß des Biofilm und der toten Gewebeanteile regelmäßig wiederholt werden. Es gibt verschiedene Formen des Debridements, das häufigste ist die Wundreinigung mit chirurgischen Instrumenten wie Instrumenten wie Skalpell, Schere, Kürette oder scharfem Löffel. Da die mechanische Wundreinigung sehr schmerzhaft ist, wird diese zumeist in Vollnarkose durchgeführt.

Enzymtische und autolytischeWundreinigung
Die enzymatische Wundreinigung ist sehr sicher und komplikationsarm, da durch die Enzyme nur tote Gewebeanteile entfernt werden. Bei der autolytischen Wundreinigung besteht das Prinzip darin, die Wunde z. B. mit Hydrokolloiden oder Hydrogelen unter Okklusion feucht zu halten, so dass körpereigene Enzyme die toten Gewebeanteile in der Wunde auflösen.

Biologische Wundreinigung
Das biologische Debridement (auch Biotherapie oder Biochirurgie genannt) ist die Therapie mit Maden (meist Maden der Goldfliege Lucilia sericata). Die lebenden, sterilen aufgezüchteten Maden werden entweder lose oder in einem Beutel auf die chronische Wunde gelegt und für 48 bis 72 Stunden belassen. Einerseits scheiden die Maden im Rahmen einer extraintestinalen Vorverdauung ein eiweißauflösendes Sekret aus, dass das tote Gewebe aufweicht, andererseits ernähren sich die Maden hauptsächlich von toten Zellbestandteilen und verschonen das gesunde Gewebe. Zudem geht man von antimikrobiellen Effekten der Madenausscheidungen aus. Diese Form der Wundreinigung mag zunächst sehr speziell erscheinen, hat aber eine hervorragende Wirkung auf chronische Wunden.

Wundauflagen und Wundverbände
War man bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts noch der Meinung, dass Wunden luftgetrocknet am besten heilen, hat in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Paradigmenwechsel zur feuchten Wundbehandlung stattgefunden.

Zahlreiche klinische Studien haben den Nachweis erbracht, dass die Erhaltung eines feuchten Wundmilieus der trockenen Wundbehandlung überlegen ist. Damit wurde die alte chirurgische Faustregel „trocken auf trocken“ und „feucht auf feucht“ ins Reich der Mythen befördert. Durch das feuchte Milieu wird nicht nur die Zellregeneration erleichtert, sondern auch das autolytisches Debridement gefördert.

Zudem werden die Schmerzen beim Verbandswechsel durch das Feuchthalten der Wunde deutlich reduziert. Bei der großen Auswahl von feuchten Wundauflagen ist es heutzutage sehr schwierig, die richtige zu finden. Da es nicht eine universelle Wundauflage gibt, die für alle Wunden passt, sondern die verschiedenen Wundauflagen Vor- und Nachteile haben sollte die Wahl eine individuelle, auf die Wunde zugeschnittene Entscheidung sein.

Wundkonditionierung mittels Unterdrucktherapie
Eine moderne und äußerst effektive Therapieoption chronischer Wunden ist die Behandlung mit Unterdruck. Dabei wird nach der Wundreinigung ein Schwamm in die Wunde gelegt und mit Folie angeklebt. Anschließend wird über ein Schlauchsystem durch ein kleine Pumpe der Unterdruck erzeugt. Aufgrund der sogenannten „Mechanotransduktion“ wird durch den Unterdruck das Gewebe zum Heilen angeregt.

Definitiver Wundverschluss durch Hauttransplantation
Ist die Wunde durch eine der verschiedenen Möglichkeiten der Wundreinigung und Wundkonditionierung optimal vorbereitet, das tote Gewebe entfernt, die Infektionsfreiheit hergestellt und die Durchblutung ausreichend, kann die Hauttransplantation erfolgen. Details der verschiedenen Arten der Hauttransplantation finden sich unter dem Reiter „Hauttransplantation“ oben in der Navigationsleiste.

SkinDot – Idealer Hautersatz durch Eigenhautverpflanzung bei Verbrennungswunden sowie akuten und chronischen Wunden.

Skin Transplantation beyond

Hauttransplantation 2.0

SkinDot - Kerckringstr. 28, 23554 Lübeck