Indikationen

Bei Erhalt dermaler Strukturen reicht die Spalthauttransplantation, um einen definitiven Wundverschluss zu erreichen. Bei Vollhautdefekten mit Verlust der Dermis sind Spalthauttransplantate jedoch suboptimal. Um die Dermis zu ersetzen können Vollhaut oder dermale Ersatzmatrices auf Kollagenbasis transplantiert werden. Die Vollhauttransplantation ist aufgrund des limitierten Spenderareals jedoch nur kleinflächig anwendbar oder muss durch aufwendige Expander in mehreren Eingriffen expandiert werden.

SkinDot löst dieses Problem. Durch die SkinDot Technik werden alle Hautschichten einschließlich der Hautanhangsgebilde in Form 1-3 mm großer autologer Vollhautinseln transplantiert. Dadurch werden epidermale und dermale Hautschichten in die Wunde implementiert. Für welche Indikationen sich SkinDot eignet, lesen Sie hier auf dieser Seite.

Indikation IIb° – III° Verbrennung

Während IIa° thermische Läsionen aufgrund der in der Dermis und subkutan erhaltener pluripotenten Stammzellen durch Transmission in Keratinozyten spontan heilen, müssen IIb° – III° Verbrennungen und Verfrühungen operativ versorgt werden. So führte Jack-Louis Reverdin bereits 1872 die erste autologe Hauttransplantation durch. Dabei verwendete er ca. 2 cm² große Spalthauttransplantate, die zentrale dermale Anteile besaßen. Arbeiten zur Vollhauttransplantation finden sich bei Davis, der Anfang des Jahrhunderts bereits 2-3 mm große Vollhautinseln in eine Wunde transplantierte.

Vollhaut wird bisher hauptsächlich an mechanisch beanspruchten Regionen wie Handinnenflächen und Fußsohlen benötigt. Autologe Vollhaut wird in der Akutversorgung ansonsten nur selten bei kleinen, drittgradig verbrannten Defekten transplantiert, findet jedoch hauptsächlich in der Rekonstruktionsbehandlung der Verbrennungsfolgen (z.B bei Narbenkontrakturen oder der Versorgung am Amputationsstumpf) Verwendung.

Der Hauptnachteil der autolgen Vollhauttransplantation ist das limitierte Spenderareal. Die Vorteile der Vollhauttransplantation sind eine optimale Hautqualität, da alle Hautanhangsgebilde wie Schweißdrüsen, Talgdrüsen, Nozizeptoren (für Schmerz, Wärme, Kälte, Druck und Vibration) enthalten sind einschließlich pluripotenter Stammzellen. Darüber hinaus hat das Vollhauttransplantat nur eine geringe Kontrakturneigung. Es resultiert ein stabiler, belastbarer Vollhautersatz mit einer dermalen Verschiebeschicht.

Das Problem der limitierten Verfügbarkeit der Vollhaut-Transplantate löst SkinDot. Mit der neuen, innovativen SkinDot Vollhaut-Transplantationsmethode steht nun erstmals ein Operationsverfahren zur Verfügung, bei dem ubiquität vom ganzen Körper Vollhaut Spenderareale genutzt werden können, indem 1 – 3 mm große Vollhautinseln entnommen und transplantiert werden. Damit steht ein großflächiges Vollhautäquivalent unlimitiert in der Akutversorgung tiefer thermischer Läsionen zur Verfügung.

Indikation Akute Wunden

Bei akuten tiefen Wunden ersetzt das SkinDot Verfahren die komplette Haut durch das Vollhautäquivalent, einschließlich der darin enthaltenden Hautanhangsgebilde.

So wird die natürliche Funktion gesunder Haut wiederhergestellt. Akute Wunden sind definiert als plötzliche, meist durch einen Unfall entstandene Verletzungen von zuvor ungeschädigter Haut und Gewebe. Abhängig von ihrem Entstehungsmechanismus werden mehrere Arten von akuten Wunden unterschieden:

Risswunden: (Vulnus Lacerum)
Risswunden werden meist durch grobe Klingen von Kreissägen oder Fräsen verursacht. Sie zeichnen sich durch zerfetzte Wundränder aus und enthalten viele tote Gewebeanteile. Komplizierend treten häufig Verletzungen von Sehnen, Nerven oder anderer funktionalen Strukturen auf. Die Wundränder müssen meist neu angeschnitten und mittels Hautnaht versorgt werden. Nur wenn die Wundränder nicht spannungsfrei genäht werden können, ist eine Hauttransplantation notwendig.

Quetschwunden (Vulnus Contusum)
Die durch stumpfe Gewalteinwirkung entstehende Quetschwunde zeichnet sich durch tiefe Wundtaschen mit zerfetzten Wunderändern aus. Die Wiederherstellung des zerstörten Gewebes ist meist unmöglich. Tote Gewebeanteile müssen entfernt werden und das lebende Gewebe durch Naht und/oder eine Hautverpflanzung versorgt werden.

Riss-Quetschwunden (Vulnus Lacero-Contusum)
Bei der Riss-Quetschwunde besteht meist kein isolierter Unfallmechanisums, sondern eine Kombination aus mehreren auf das Gewebe einwirkenden Kräfte. Riss-Quetschwunden werden häufig durch die Einwirkung hoher stumpfer Gewalt hervorgerufen. Durch die Kombination von Druck-, Stoß- und Zugkräften sind die Wundränder meist unregelmäßig zerfetzt und blutunterlaufen. Zur Versorgung bedarf es einer radikalen chirurgischen Wundreinigung, die Wundränder müssen neu angeschnitten und vernäht werden. Bei zu hoher Gewebespannung, die einen alleinigen Wundverrschluss durch Naht ermöglicht, muss Haut transplantiert werden.

Schnittwunden (Vulnus scissum)
Schnittwunden werden durch scharfe Gegenstände wie Küchenmesser, Rasierklingen oder Glassplitter verursacht. Die Wundränder sind glatt und nur leicht klaffend. Sie neigen zu starken Blutungen und können meist – nach Wundreinigung – durch eine Hautnaht versorgt werden. Durch eine sorgfältige Beurteilung der Symptome kann das Ausmaß der Schädigung tief liegender Strukturen abgeschätzt werden. Bei tiefen Wunden und eventuell vorhandener Fremdkörper wird bei Schnittwunden oftmals eine chirurgische Wundreinigung (Debridement) vor dem Wundverschluss durchgeführt.

Schürfwunden (Excoratio)
Diese oberflächliche Verletzung der Haut entsteht durch Reibung an rauen Oberflächen, z.B. bei einem Fahrradsturz. Der Blutverlust durch diese Wunden ist meistens gering, die oft starke Verschmutzung erfordert jedoch eine gründliche chirurgische Reinigung. Eine Hautnaht oder Hauttransplantation ist nicht notwendig.

Decolllement
Die Ablederung (Decollement) stellt einen Sonderfall der Schürfwunde dar. Durch tangential einwirkende Scherkräfte lösen sich Teile der Haut oder die komplette Haut ab und es entstehen große Wundareale. Als Ursache finden sich meist Überrolltraumen im Rahmen von Verkehrsunfällen oder schwere Motorradstürze bei hohen Geschwindigkeiten. Beim Decollement ist immer eine Hauttransplantation notwendig.

Stichwunden (Vulnus Ictum)
Stichwunden zeichnen sich durch meist kleine Einstichstellen aus, wodurch das Ausmaß der inneren Verletzungen oft unterschätzt wird. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige Exploration des tiefen Gewebes bei dieser Art von Wunde unbedingt notwendig.

Bisswunden (Vulnus morsum)
Eine Bisswunde ist meist eine Kombination aus Stich-, Quetsch- und Risswunde mit dem Risiko der mikrobiellen Kontamination durch den Speichel des Verursachers. Eine Besonderheit in der Versorgung dieser Wunden besteht darin, dass sie seit Jahrhunderten offen behandelt wurden, d.h. eine Wundversorgung durch Naht obsolet war. Erst mit den neuen und sicheren Antibiotika können Bisswunden durch Naht versorgt werden. Dies erfolgt vornehmlich bei Bisswunden im Gesicht von Kindern. Bisswunden können sehr kleine Wundöffnungen haben, jedoch oft eine erhebliche Tiefenausdehnung besitzen.

In der akuten Wundversorgung eignet sich SkinDot vor allem bei Vollhaut Defektwunden im Gesicht, an den Händen und Füßen sowie über Gelenkflächen. Da durch das SkinDot Verfahren ein stabiler Vollhautersatz resultiert, können Amputationsstüpfe in der Erstversorgung mit dem SkinDot Transplantat versorgt werden. Besonders eignet sich der SkinDot Hautersatz zudem bei großflächigen Decollement Verletzungen.

Indikation – Chronische Wunden

Die Wundheilung ist ein komplexer physiologischer Vorgang, der möglichst ungestört zum Abschluss kommen soll. Wunden ohne Heilungstendenz über einen Zeitraum von drei Monaten werden als chronische Wunde definiert. Die Chronifizierung entsteht auf dem Boden pathologischer Gewebebedingungen.

Allein Deutschland findet sich eine 2% Prävalenz chronischer Wunden mit starke Einbußen an Lebensqualität der Patienten. Es entstehen Jahreskosten von ca. 8.000-10.000 Euro pro Patient durch den ausbleibenden Wundverschluss. Die häufigsten Ursachen sind Ulkus cruris, Dekubitus und diabetische Ulcera. Die akute Wunde heilt ohne größere therapeutische Interventionen im Rahmen des zeitlich konzertierten Ablaufs der physiologischen Wundheilungsphasen, diese sind die Inflammations- Proliferations-, Regenerations- und die Remodellierungsphase (Maturation).

 

Die Pathophysiologie der Chronifizierung einer Wunde ist sehr heterogen (z.B. durch diabetische Stoffwechsellage, Druckulzerationen, venöse Stauungsulzerationen). Als Bedingungen sollte ein Wundbett vor einer Hauttransplantation eine gute Vaskularisierung aufweisen, frei von Debris und avitalem Gewebe sein sowie Infektfreihei und moderate Feuchtigkeit beinhalten. Eine effektiver, schneller Wunderverschluss kann nur durch eine Hauttransplantation erreicht werden. Bei chronischen Wunden sind die Ergebnisse nach Spalthauttransplantationen jedoch oftmals frustran, da das dünne Spalthaut-Transplantat keine dermale Verschiebeschicht enthält und somit ein steifer Hautersatz resultiert.

Durch das SkinDot Verfahren wird Vollhaut in die chronische Wunde transplantiert, was multiple Reoperationen verhindert. Durch SkinDot kann die oftmals massive Einschränkung der Lebensqualität durch die chronische Wunde durch einen einmaligen operativen Eingriff wesentlich verbessert werden. Die hohen jährlichen Behandlungskosten werden durch den definitiven Wundverschluss signifikant gesenkt.

Indikation – Narbenkorrektur

st die Zahl regenerationsfähiger Hautzellen (Stammzellen) in einer Wunde zu gering, kommt es zu einem verzögerten Heilungsverlauf. Ursprünglich gesundes Gewebe wird vom Köper im Rahmen der Wundheilung durch Defektgewebe ersetzt. Diese minderwertige Defektgewebe wird als Narbengewebe bezeichnet. Narbengewebe ist unelastisch, hat keine physiologischen Hautfunktionen wie z.B. Schweiß- oder Talgdrüsensekretion und neigt daher zur Trockenheit und Vulnerabilität.

Bei kosmetisch auffälligen Narben kann der Leidensdruck von Patienten sehr hoch sein, vor allem bei stigmatisierenden Narben im Gesicht, Stirn, Dekolleté oder Handrücken. Unabhängig des Aussehens führen Narben zu Funktionseinschränkungen, vor allem wenn sie sich über Gelenkflächen befinden und zu einer Bewegungseinschränkung führen. Eine Sonderform der Narbe stellt die sogenannte „hypertrophe“ Narbe dar. Die Dauer der Wundheilung korreliert laut Studienlage mit dem Auftreten hypertropher Narben. Wunden, die innerhalb von 21 Tagen nicht vollständig abheilen, weisen daher eine Tendenz zur Narbenhypertrophie auf. Die chirurgische Narbentherapie im Rahmen der Rekonstruktionsbehandlung stellt eine klassische Indikation für ein Vollhauttransplantat dar. Mit SkinDot steht ein neues, innovatives Verfahren zur Verfügung, bei dem Narbengewebe durch Vollhautinseln ersetzt wird. Nach dem SkinDot Eingriff konfluiern die transplantierten Hautschichten zu einem Vollhautäquivalent, so dass eine stabiles und belastbares Transplantat resultiert.

Wollen Sie das neue, innovative SkinDot Verfahren Ihren Patienten anbieten? Kontaktieren Sie uns! Wir unterstützen Sie durch gemeinsame OP-Planung, OP-Durchführung, Matrices, und korrespondierende Patientendokumente (Aufklärungsbogen, Risikoausschluss). Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

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Hauttransplantation 2.0

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