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Welches Hauttransplantationsverfahren für welche Indikation? Welche Vor- und Nachteile hat das operativen Verfahren SkinDot gegenüber der bisherigen Vollhauttransplantation und gegenüber Spalthaut? Wann sind Kulturhautverfahren wie Keratinoztytensheets oder eine Sprühzellapplikation indiziert? Für welchen Patienten eignet sich Adermaler Ersatz?

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Dermale Ersatzverfahren

Bei tiefen Wunden mit komplettem Verlust aller Hautschichten kann ein dermaler Ersatz auf Kollagenbasis in die Wunde transplantiert werden. Diese Kollagenmatrix wirkt als Hautverschiebeschicht. Über den dermalen Ersatz muss anschließend eine dünne Hautschicht transplantiert werden.

Kulturhautverfahren

Seit den 80er Jahren können Hautzellen im Labor gezüchtet werden. Die im Labor gezüchteten (kultivierten) Hautzellen können als Zelllagen in die Wunde eingebracht oder auf die Wunde aufgesprüht werden.

Spalthauttransplantation

Bei großflächigen Verbrennungen und sehr oberflächlichen Wunden ist die sogenannte Spalthauttransplantation das Mittel der Wahl. Spalthaut besteht aus einem ultradünnen Hauttranplantat der Dicke von nur 0,2 mm.

SkinDot Hauttransplantation

Bei einer tiefen Wunde mit einem Verlust der gesamten Haut liefert der Hautersatz mit sogenannter Vollhaut das beste Ergebnis. Vollhauttransplantate sind durch ihre dermale Verschiebeschicht sehr stabil und enthalten alle Hautanhangsgebilde.

SkinDot Hauttransplantation

Die ersten Berichte über Vollhauttransplantate stammen aus dem antiken Indien vor ca. 2500 bis 3000 Jahren. Erste Berichte über Hauttransplantationen in der Moderne stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1872 Ollier, bzw. 1875 Wolf). Weitere Koryphäen wie Reverdin (1899) und Davis (1910) haben die Vollhauttransplantation etabliert.

Anatomisch besteht ein Vollhauttransplantat, wie der Name sagt aus der vollschichtigen Haut: Epidermis und Dermis. Daher enthält sie auch die Hautanhangsgebilde, wie z.B. Haarwurzeln, Talgdrüsen, appokrine und ekkrine Schweissdrüsen. Das muss bei der Wahl der Entnahme und Empfängerstelle beachtet werden. Insbesondere ein an der Empfängerstelle unerwünschtes Haarwachstum sollte vermieden werden.

Ein eingeheiltes Vollhauttransplantat kann genauso wie die gesunde Haut schwitzen und auch das regelmäßige Fetten ist im Gegensatz zur Spalthaut nicht notwendig. Vollhaut ist deutlich dicker als Spalthaut und stellt daher sehr viel höhere Ansprüche an das Empfängerbett als Spalthaut. Der Wundgrund muss gut kapillarisiert und durchblutet sein. Kompromisse diesbezüglich führen häufig zum Verlust des Transplantates. Freiliegender Knochen bzw. Knorpel ohne Perichondrium sind nicht geeignet, ebenso freiliegende Sehnen. Um ein gut vaskularisiertes Wundareal zu schaffen, müssen gefäßreiche anatomische Basisstrukturen wie Periost und Perichondrium erhalten sein. Eine penible intraoperative Hämostase ist eminent wichtig. Ein Hämatom hebt das Vollhauttransplantat zwingend vom Bett ab und verlängert damit die Diffusionsstrecke, was zum Untergang des Vollhauttransplantates führen kann.

Zu bedenken ist, dass die Blutstillung mittels Elektrokoagulation nekrotisches Gewebe hinterlässt, was Entzündungsreaktionen auslösen kann und Infektionen begünstigt. Der größte Nachteil der Vollhauttransplantation war bisher das limitierte Spenderearel, so dass nur maximal 2-3% der Körperoberfläche mit Vollhaut gedeckt werden konnten. Bei größeren Flächen können Hautexpander benutzt werden, die jedoch oftmals zu Fremdköperrreaktionen führen und daher sehr komplikationsanfällig sind. Auch das kontinuierliche Befüllen ist für den Patienten mitunter belastend.

Mit SkinDot steht erstmals eine Vollhauttransplantationsmethode zur Verfügung, die durch die Entnahme von millimetergroßen Hautinseln die Spender- und Empfängermorbidität deutlich reduziert. Zudem kann durch SkinDot ein in der Qualität bisher unerreichtes Vollhautäquivalent erreicht werden.

Einheilung des Vollhauttransplantates

Bisherige operative Ergebnisse zeigen eine 100% Take-Rate der transplantierten 2 – 3 mm SkinDot Vollhautinseln. Um Scherkräfte und eine ungestörte Rekapillarisierung sicherzustellen, empfehlen wir die Anlage eines Unterdruckverbands mit einem milden Unterdruck von -75 mm HG für mindestens 10 Tage. Typische Vollhauttransplantations-Phänomene wie das Abstoßen der Epidermis wurden bisher nicht beobachtet.

Indikation für SkinDot Hauttransplantation

Die Indikation für ein Vollhauttransplantat besteht immer dann, wenn ein besonders stabiles Hauttransplantat erforderlich ist. Nur Vollhauttransplantate besitzen eine der gesunden Haut vergleichbare Qualität. Im Gegensatz zu dünnen Spalthauttransplantaten besitzen SkinDot Transplantate nur eine minimale Schrumpfungstendenz. Die Kontrakturtendenz von Spalthauttransplantaten führt zu den bekannten Narbenkontrakturen, die kosmetisch stigmatisierend und bewegungseinschränkend sein können.

Klassische Indikationen für Defektdeckungen durch SkinDot Vollhauttransplantate sind:

 

  • Tiefe Defektwunden im Gesicht und Stirn (z.B. nach Basaliomentfernung IIb°-III° Verbrennungen)
  • Tiefe Defektwunden an Händen und Füßen
  • Vollhautverlust über Gelenkflächen
  • Notwendiger Vollhautersatz am Amputationsstumpf (Belastungszone)
  • Deckung von chronischen Wunden
  • Narbenkorrekturen
  • Trennung von Syndaktilien

Operatives Vorgehen bei SkinDot Hauttransplantation

Bei dem neuen, innovativen SkinDot Verfahren wird zunächst das geeignete Spenderareal ausgewählt, an dem 1 – 3 mm großen Hautinseln entnommen werden. Das Spenderareal sollte in der Hautbeschaffenheit der zu transplantierenden Wunde möglichst identisch sein. Wird zum Beispiel ein Vollhautersatz in der rechten Handfläche benötigt, wird als Spenderaereal die linke Handfläche ausgewählt. Nur in der gegenüberliegenden Hand hat die Haut eine vergleichbare Konsistenz, Dicke und Qualität wie in der betroffenen Hand. Bei einer tiefen Defektwunde an der Wange werden 1 mm große Hautinseln an der anderen Wangenseite entnommen. Am Oberschenkel oder Unterschenkel jeweils an der gegenüberliegenden Seite.

Das SkinDot Verfahren führt zu einem sogenannten Vollhautäquivalent. Nach der Entnahme der SkinDot Vollhaut-Inseln werden diese vom Operateur in eine Kollagenmatrix eingesetzt. Die SkinDot Inseln haben dabei in der Kollagen-Matrix einen Abstand von 1 – 2 mm, so dass alle Hautschichten konfluieren. Nachdem die Inseln in die Kollagenmatrix implementiert wurden, erfolgt die Transplantation der Matrix in die Wunde.

Um ein sicheres Einheilen zu gewährleisten, wird ein Unterdruckverband über dem Transplantat angelegt. Dieser Unterdruckverband verbleibt für ca. 10 Tage auf der transplantierten Wunde, um die Vollhautinseln vor Scherkräften zu bewahren und ein ungestörtes Einsprossen der Kapillaren zu gewährleisten.

Empfänger- und Spenderareal

Gesicht:
Da die entnommenen SkinDot Vollhautinseln den Hautverlust in der Defektwunde nahezu identisch ersetzen sollen, werden die Hauptinseln im unmittelbar angrenzenden Gesichtsbereich entnommen. Entnahme der Hautinseln bei einer Wunde an der Stirn daher an der Stirn, bei Hautverlust an der Wange an der gegenüberliegenden Wange usw. Die transplantierten Hautinseln im Gesicht haben eine Größe von maximal 1 mm, damit das Spenderareal unauffällig und kaum sichtbar beliebt. An der Abnahmestelle kann es mitunter zu Pigmentverschiebungen kommen, d.h. es können helle oder dunkle 1 mm große Punkte persistieren.

Décolleté:
Bei einer SkinDot Transplantation im Décolleté Bereich werden die Inseln am Décolleté entnommen. Das Prinzip der SkinDot Hauttransplantation besteht darin, dass die Inseln unmittelbar in der Nachbarschaft der Wunde entnommen werden, da nur dort die Haut das gleiche Aussehen und die gleiche Qualität wie in dem Wunddefekt besitzt.

Gelenkflächen:
Über Gelenkflächen ist ein stabiles und belastbares Vollhauttransplantat erforderlich. Nur Vollhauttransplantate besitzen keine Kontrakturneigung. Durch diese Schrumpfung resultieren bei alternativen Transplantationsverfahren oftmals Funktionseinschränkungen. Die Kontrakturtendenz dünner Hauttransplantate zeigt sich besonders im Halsbereich, so dass stereomentalen Kontrakturen resultieren können.

Hände und Füße:
Die Haut des menschlichen Körpers hat an den Handflächen und Fußsohlen ihre maximale Belastbar- und Zugfestigkeit. Diese äußert sich bei wiederholter Belastung durch sogenannte Schwielen. Verluste des Hautmantels in diesen Bereichen führen oftmals beim Ersatz durch dünne Hauttransplantate (Spalthaut) zu massiven Einschränkungen im Alltag. Dünne Hauttransplantate sind sehr vulnerabel und infektionsanfällig. Durch die Entnahme der SkinDot Vollhautinseln an der gegenüberliegenden Hand bzw. Fuß resultiert ein stabiles und belastbares Vollhauttransplantat, das mit der originären Haut vergleichbar ist.

Hautverlust am Köperstamm:
Auch hier gilt, dass die transplantierte Haut eine vergleichbare Konsistenz, Dicke und Qualität haben sollte. Die Zahl der Hautanhangsgebilde ist je nach Lokalisation sehr unterschiedlich. Die Haut hat im Nacken eine ganz andere Dicke als z.B. am Schienbein. Mit dem SkinDot Verfahren wird bei Hautverlust im Nacken der Defekt nur durch Hautinseln ersetzt, die auch im Nacken entnommen wurden. Bei Vollhautwunden am Schienbein werden, abhängig von der Wundgröße, die Inseln nur am betroffenen Schienbein und/oder dem gegenüberliegenden Schienbein entnommen. Nur beim operativen SkinDot Verfahren ist daher eine vergleichbarer Hautersatz im Empfängerareal gewährleistet.

Operatives Ergebnis

Die Ergebnisse nach einer SkinDot Hauttransplantation sind interindividuell sehr verschieden und abhängig von der Wundlokalisation, Vorerkrankungen, Hauttyp- und Farbe sowie Patientenalter. Wundheilung ist ein komplexer, multifaktorieller physiologischer Vorgang, der bei jedem Menschen anders abläuft. Die bisherigen kosmetischen und funktionalen Ergebnisse nach der SkinDot Transplantation sind sehr vielversprechend. Es resultieren nur minimale Narben und ein stabiles und belastbares Hauttransplantat. Allerdings wäre es unwissenschaftlich und unlauter, einen Hautersatz zu versprechen, der der gesunden Haut zu 100% gleicht. Im Vergleich zu bisherigen Hauttransplantationsverfahren zeichnet sich das SkinDot Verfahren jedoch dadurch aus, das es der gesunden Haut sehr nahekommt und den bisherigen Hauttransplantationsverfahren überlegen ist.

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Hauttransplantation 2.0

SkinDot - Kerckringstr. 28, 23554 Lübeck